KI-Standort klarmachen

KI-Standort klarmachen (Reifegrad-Check)

6 Dimensionen für eine strategisch fundierte, sichere und ganzheitliche KI-Transformation

Früher wurde eine neue Software oder ein Update von der IT-Abteilung installiert. Fertig. Bei KI funktioniert das nicht. KI ist kein weiteres Tool. Die KI-Reise ist komplexer und erfordert einen ganzheitlichen Ansatz. 

 

Daher ist die KI-Transformation auch kein IT-Projekt, welches man „nebenbei" umsetzt. 80 % und mehr aller KI-Initiativen scheitern, und zwar nicht an der Technologie, sondern an organisatorischen und strukturellen Ursachen.

 

Ein häufiger Grund: Unternehmen starten mit Tools, ohne das Fundament zu prüfen. ChatGPT für alle Mitarbeitenden ist keine KI-Transformation. Es ist ein erster Schritt, aber ohne Strategie, klaren Verantwortlichkeiten, solider Datengrundlage und vielen weiteren Faktoren verpufft die Wirkung.

 

Im Modul “KI-Standort” ermitteln wir zuerst den aktuellen Reifegrad entlang von 6 Dimensionen. Diese Dimensionen bilden das Fundament für eine erfolgreiche KI-Transformation. Das Gespräch kann vor Ort oder remote stattfinden. 

 

Im Anschluss werden die Ergebnisse in einem kleinen Kreis präsentiert und erste Schritte besprochen. Es folgt ein Workshop, der den Führungskräften sichtbar macht, wie das Unternehmen mit Blick auf die KI-Transformation aufgestellt ist, welche Bedeutung die Dimensionen haben und wie eine KI-Transformation strategisch, sicher und zielgerichtet umgesetzt werden kann. Am Ende des Tages sind “alle Mann aus dem Management-Team an Board". Die KI-Reise beginnt mit Klarheit und nicht mit Tools.

 

 

6 Dimensionen im Zusammenspiel für eine erfolgreiche KI-Transformation:

1. Strategie gibt die Richtung vor

 

2. Organisation schafft Strukturen

 

3. Menschen tragen die Veränderung

 

Zentrale Fragen:

  • Ist die kommunizierte KI-Strategie mit den Unternehmenszielen verknüpft?
  • Gibt es eine klar definierte Person/Gremium, die das Thema KI verantwortet, inkl. der notwendigen Ressourcen?
  • Werden KI-Projekte vorab geprüft - hinsichtlich Kosten, Nutzen, Risiken?
  • Gibt es einen tranparenten Überblick über die KI-Aktivitäten und werden sie entsprechend gesteuert?

Praxisbeispiel:

 

Ein mittelständisches Produktionsunternehmen startet mit ChatGPT-Lizenzen für alle. Nach drei Monaten ist die Nutzung auf 12 % gesunken. Warum? Weil die Antwort fehlt auf die Frage: „Wofür genau sollen wir KI einsetzen?" Ohne klare Use Cases (z. B. automatisierte Angebotserstellung, Text- und Bilderstellung) bleibt KI ein "Spielzeug" und nicht mehr als eine "Unterstützung" für den direkten Mitarbeiter.

 

Was oft fehlt:

  • Keine Strategie und Roadmap: Was wollen wir erreichen? Wo entstehen echte Mehrwerte entlang der Wertschöpfungskette bzw. über einen längeren Prozess von Aufgaben?
  • Kein Business Case: Investitionskosten vs. erwarteter Nutzen unklar.

1. Strategie & Steuerung

KI braucht eine strategische Verankerung. Ohne definierte Ziele, Ressourcen, Verantwortlichkeiten bleibt KI ein Experiment ohne messbaren Nutzen.

Zentrale Fragen:

  • Ist klar geregelt, wer in Bezug auf KI welche Aufgaben hat und Verantwortung trägt?
  • Sind die wichtigsten Prozesse dokumentiert und nicht nur "gefangen" in den Köpfen der Mitarbeiter?
  • Werden Abteilungen aktiv eingebunden und arbeiten zusammen oder arbeitet beispielsweise IT im Alleingang?
  • Werden KI-Anwendungen erstmal in einem sicheren Bereich erprobt und dann strukturiert ausgerollt?

Praxisbeispiel:

 

Ein Handelsunternehmen führt einen KI-gestützten Chatbot für den Kundenservice ein. Der Bot wird von der IT entwickelt und ohne Einbindung des Service-Teams. Ergebnis: Der Bot kann 70 % der Standardfragen nicht beantworten, weil die relevanten Prozesse nie dokumentiert wurden und das Service-Team das Tool boykottiert.

 

Was fehlt oft:

  • Keine klaren Rollen: Wer entscheidet, testet, skaliert KI-Lösungen?
  • Silodenken: Marketing, Vertrieb und Produktion arbeiten nicht zusammen
  • Fehlende Prozessdokumentation: „Wir machen das schon immer so" – aber niemand weiß genau wie

2. Prozesse & Organisation

KI entfaltet ihren Nutzen dort, wo Abläufe klar strukturiert sind. Chaos sollte nicht mit KI automatisiert werden. 

Zentrale Fragen:

  • Werden Mitarbeitende aktiv geschult und befähigt, KI zu nutzen?
  • Gibt es eine offene Fehlerkultur, die Experimentieren erlaubt?
  • Wie wird mit Ängsten vor Arbeitsplatzverlust umgegangen?
  • Ist die Führungsebene selbst KI-kompetent und geht mit gutem Beispiel voran?

Praxisbeispiel:

 

Ein Ingenieurbüro stellt auf KI-gestützte Planungstools um. Die älteren Mitarbeitenden fühlen sich überfordert und nicht abgeholt. Schulungen gibt es nicht. Nach sechs Monaten nutzen nur 15 % der Belegschaft das Tool und die Investition verpufft.

 

Was oft fehlt:

  • Keine Kommunikation: Warum führen wir KI ein? Was bedeutet das für meinen Job?
  • Keine Qualifizierung: Tools werden eingeführt, aber niemand erklärt die Anwendung
  • Keine Sicherheit: Mitarbeitende fürchten, dass KI ihre Stelle ersetzt statt sie zu entlasten

3. Menschen & Kultur

Die beste KI-Strategie scheitert, wenn die Belegschaft nicht mitgenommen wird. Ängste, fehlendes Wissen und Widerstand sind die größten Bremsen.

4. Technologie liefert die Basis

 

5. Wertschöpfung bringt Nutzen

 

6. Compliance schützt vor Risiken

Zentrale Fragen:

  • Sind Daten verfügbar, aktuell, strukturiert und von ausreichender Qualität?
  • Gibt es eine funktionierende IT-Infrastruktur, die KI-Anwendungen trägt?
  • Sind Daten zugänglich oder in Silos gefangen (ERP, CRM, Excel-Listen)?
  • Wie werdne Daten zwischen Systemen übertragen: automatisch oder händisch kopiert?

Praxisbeispiel:

 

Ein Logistikunternehmen will Lieferrouten per KI optimieren. Die Daten liegen in fünf verschiedenen Systemen (ERP, Excel, Google Sheets, Papier). Eine Zusammenführung würde sechs Monate dauern. Das Projekt wird gestoppt, bevor es richtig startet.

 

Was oft fehlt:

  • Keine IT Infrastruktur, die den Einsatz von KI möglich macht (Windows 95 und Modem reichen nicht mehr). 
  • Keine Data Governance: Wer ist für Datenqualität verantwortlich?
  • Überschätzung der Technologie: „KI wird's schon richten". Nein, ohne saubere Datenbasis funktioniert nichts

4. Technologie & Daten

KI braucht zwei Dinge als Fundament: funktionsfähige Technik und nutzbare Daten.

Zentrale Fragen:

  • Wurden mit KI schon messbare Erfolge (z.B. Zeit, Kosten, Qualität) erzielt?
  • Wird KI genutzt, um das Kundenerlebnis zu verbessern (Personalisierung, Service)?
  • Wird bereits überlegt, neue Geschäftsfelder mit KI zu erschließen?
  • Werden Erfolge und Misserfolge erfasst und transparent kommuniziert, damit man daraus Learnings ziehen kann?

Praxisbeispiel:

 

Ein Versicherungsmakler will die Schadensbearbeitung per KI beschleunigen. Problem: Der Prozess ist nicht standardisiert. Jeder Sachbearbeiter arbeitet anders. Statt die KI einzuführen, muss erst der Prozess vereinheitlicht werden. Die Erkenntnis: KI digitalisiert keinen schlechten Prozess, sie macht ihn nur schneller schlecht.

 

Was oft fehlt:

  • Keine Prozess-Klarheit: Man bastelt KI in nicht effiziente Abläufe, ohne den Prozess hinterfragt zu haben. 
  • Keine Kundenorientierung: KI wird intern eingesetzt, ohne Mehrwert für den Kunden
  • Kein Erfolgsmessung: Was hat die Einbindung von KI gebracht? War es ein Erfolg oder ein Misserfolg? Was können wir daraus lernen?

5. Nutzen und Wertschöpfung

Am Ende zählt, was KI wirklich bringt. 
Einsparungen? Bessere Kundenerlebnisse? Neue Geschäftsmodelle?

Zentrale Fragen:

  • Ist bekannt, welche KI-Systeme gem. EU AI-Act in welche Risikoklasse fallen und welche Pflichten daraus folgen?
  • Gibt es verbindliche Richtlinien für den Einsatz von KI?
  • Werden Lizenz- und Nutzungsrechte von KI-generierten Inhalten geprüft?
  • Sind datenschutzrechtliche Anforderungen (DSGVO) bei der KI-Nutzung geklärt?

Praxisbeispiel:

 

Ein Marketing Team nutzt KI, um Bilder mit Modells für eine Homepage für Bademoden zu generieren. Die Bilder täuschen Echtheit  vor und sind Deepfakes. Eine Kennzeichnung wie “Bilder KI-generiert” fehlt. Ergebnis: es droht ein hohes Bußgeld, da die ab 02.08.2026 geltenden Transparenzverpflichtungen aus dem EU AI-Act nicht eingehalten wurden. Kompetenz-Schulungen und eine KI-Richlinie hätte helfen können.

 

Was oft fehlt oft:

  • Keine Sensibilisierung: Mitarbeitende wissen nicht, was sie dürfen und was nicht. 
  • Keine Dokumentation: Welche KI-Tools werden wo eingesetzt?
  • Kein Risikomanagement: Welches KI-Tool hat welches Risiko? Hochrisiko-KI (z. B. Bewerbermanagement) wird ohne Prüfung eingesetzt

6. Compliance & Recht

Mit dem EU AI-Act und der DSGVO gibt es klare rechtliche Rahmenbedingungen. Wer sie ignoriert, riskiert Bußgelder und Reputationsschäden. Das gilt auch für KMU!

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